Pandas und Chinesen ohne Kontrabass
  Startseite
  Über...
  Archiv
  Spenden
  Entsendeorganisation
  Dank an Unterstützer
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren

   Baumhaus
   weltwärts
   Jugend im Ausland
   andere Freiwillige
   Cila,Mo& Co
   Julia&Ines
   Andy,Lenny&Gabo
   Eva&Darius
   Hanna&Julia


http://myblog.de/einplatzimreisfeld

Gratis bloggen bei
myblog.de





Endphase

Das Ende naht, leider viel zu schnell. Lange sahen wir dem Ende aus einer sicheren Entfernung entgegen, doch nun steht es beinahe unmittelbar bevor.

Ein komisches Gefühl, denn immerhin haben wir mehr als neun Monate hier gelebt und es ist ein zweites Zuhause für uns geworden.

Jetzt aber zu einigen Ereignissen aus den letzten Wochen:

Letztes Wochenende fuhr ich nach Fugong, um beim Austeilen der Altkleider in einem Bergdorf zu helfen. Es hatte sich nämlich im Rahmen des Altkleiderprojekts wieder ganz schön was angesammelt und da wurde jede helfende Hand benötigt, um den ca. 2 1/2 stündigen Weg den steilen Berg hinauf zu bewältigen.

Mit unseren großen Rucksäcken ausgerüstet ging es dann los in die atemberaubende Landschaft.


Alles ist voll sattem grün, in den Gipfeln der Berge verfangen sich flauschige Wolken. Trotz der Anstrengung, teilweise ist der Berg echt steil und bei dem schwülen Wetter kommt man auch schnell ins Schwitzen, war es ein gelungener Ausflug. Auch deswegen:

Dankbarkeit spricht aus ihren Augen und das entschädigt endgültig für die Mühen.

Aufgrund der Menge an Kleidung konnte jedes Kind eine Hose, ein Oberteil und eine Jacke o.ä. bekommen. Wir suchten ein Teil heraus und hielten es den Kindern an, um wenigstens etwas zu finden, was einigermaßen passte. 

Es war ein gegenseitiges Geben.

 

Ansonsten haben wir nun unsere letzten Klassen und sind eifrig am Erinnerungsfotoschießen, T-Shirts mit Namen bemalen und Aufwiedersehen sagen.

Es ist teilweise wirklich schwierig mit dem Gedanken zu leben, die Kinder vielleicht nie wieder sehen zu können. Dann steht man in der Klasse und bedankt sich für die geniale Zeit, die man zusammen erlebt hat und dann kämpfen sowohl die Schüler als auch wir mit den Tränen. Allerdings scheint der Abschied auch widerum so irreal, dass wir es gar nicht realisieren können. Naja, da müssen wir jetzt durch! Man sollte sich darüber freuen, dass man überhaupt diese Erlebnisse haben konnte.

Alle mal freundlich lächeln und "Jiezi" (chin. für Aubergine) sagen

 

Bei recht regnerischem Wetter führte es mich neulich mit zwei anderen Freiwilligen auf unseren Berg in Lao Liuku. Alles war matschig, doch oben angekommen lief es sich sehr gut und irgendwann erreichten wir ein kleines Dorf. 

Dort war gerade die Schule aus und uns kamen einige aufgeregte Grundschüler entgegen, die, aus ihrer Reaktion zu schließen, noch nie einen Ausländer gesehen hatten:-). Sie liefen schreiend vor uns weg, kamen dann doch wieder, um uns zu beobachten - die Neugier siegt!

Kruz vor dem Abstieg kam es dann noch zu einer Schlammschlacht und so beschmiert mussten wir dann an den ganzen Bergbewohnern vorbeigehen:D.


Alles in allem: Wir haben viel Spaß hier! China wird uns immer in guter Erinnerung bleiben.

 

25.6.10 09:53


Tigersprungschlucht

Vor einigen Tagen ging es für uns zusammen mit drei anderen Freiwilligen nach Lijiang zur Tigersprungschlucht.

Der Legende nach soll ein Tiger auf der Flucht den Yangtse Jiang an der schmalsten Stelle der Schlucht (30 m) in einem Satz überquert haben.

Die Tiger Leaping Gorge ist die tiefste Schlucht der Welt und bietet einen grandiosen Blick auf den Jadedrachenberg, welcher eine Höhe von ca. 5500 m aufweist. 


Das Gebiet ist größtenteils touristisch erschlossen, es gibt einen Weg am Fluss entlang, für welchen wir uns aber nicht entschieden haben.

Wir wählten den Wanderweg auf ca. 2500 m Höhe, welcher relativ anspruchsvoll war, zählt diese Route doch zu einer der 10 beliebtesten Wanderstrecken weltweit und gab es an diesem Tag besonders viel Sonnenschein (Sonnenbrand!!!).


Das Schöne beim Wandern jedoch ist, dass nicht nur nach der Arbeit das Vergnügen folgte, sondern auch währenddessen! Den gesamten Weg entlang (16 km) hatte man eine atemberaubende Aussicht auf die Schneeberge und den Fluss, welcher sich so tief unten zwischen den Bergriesen seinen Weg bahnte und dessen Rauschen trotz des gewaltigen Höhenunterschieds in unseren Ohren klang.


Auf den Tourismus eingestellt waren allerdings auch die Einheimischen, welche mit Maultieren bestückt darauf warteten, dass der ein oder andere Wanderer sich für eine bequemere Besteigung entschied, doch wir blieben hart!


Außerdem gab es in einem kleinen Shop eine Frau, die uns erklärte, dass Deutsche doch eigentlich ganz gut sind im Gras rauchen und bot uns im selben Atemzug etwas von ihrem undefinierbaren Schatz an, hübsch verpackt in durchsichtigen Tüten.Wir lehnten ab, den schließlich lagen noch 28 Serpentinen vor uns - Puh!

8 Stunden waren wir an diesem Tag unterwegs und als wir schließlich gegen 19 Uhr im "Half Way Hostel" ankamen, konnten wir es kaum erwarten, endlich etwas zu essen - denn das hatten wir irgendwie nicht eingeplant, sodass unser einiziger Proviant aus Wasser und Keksen bestand:-).


Im Hostel trafen wir auf andere wanderbegeisterte Gesellen, erfreuten uns an der traumhaften Lage (die Toiletten waren zu einer Seite offen, sodass man einen guten Blick auf die Schneegipfel hatte..), kurierten den Sonnenbrand aus und gingen doch recht zeitig zu Bett.

Am nächsten Morgen lagen dann nur noch 1 1/2 h Wanderweg vor uns. Überrascht wurden wir von einem Wasserfall, der unseren Weg kreuzte und uns eine willkommene Erfrischung bot.


Mit einem Mini-Van ging es vier h zurück in die Stadt, unser Fahrer legte dabei wohl nicht ganz so viel Wert auf sein und das Leben seiner Mitfahrer, denn in brisantem Tempo ging es nur Zentimeter am Abgrund vorbei - alles in allem eine lohnenswerte Tour!!!

 


20.5.10 08:45


Teen Jie - ein Fest für die Jugend

Nachdem der Tag der Arbeit gut überstanden war, gab es am 4. Mai einen weiteren festlichen Höhepunkt, besonders wohl für unsere Schüler: Der Teen Jie (Jugendtag) stand an.

Dieser Feiertag gedenkt der 4. Mai-Bewegung 1919. Damals brachen aufgrund der Beschlüsse im Versailler Vertrag, die die Abgabe der Rechte des deutschen Reiches in China an Japan vorsahen, Studentenproteste aus.

Anlässlich dessen hat jede Klasse unserer Schule einen kleinen oder auch größeren Programmbeitrag vorbereitet und am Dienstag Abend ist für das ca. 2-stündige Programm sogar der Unterricht ausgefallen.

Es gab viele Tanzeinlagen zu modernen Songs, viele traditionelle Tänze in Trachten der Lisu-, Nu- und Bai-Minderheit, ein Gedicht zum Gedenken der Erdbebenopfer in der Provinz Qinghai, Chorgesang und eine atemberaubende Gongfu-Vorstellung.


Des Weiteren hatten wir Anfang April hohen Besuch aus Deutschland;-).

Johannas Vater und Bruder haben sich in Liuku eingefunden, um unser Alltagsleben hautnah zu erleben und sich wahrscheinlich etwas in the Chinese way of life zu verlieben. Am letzten Abend ihres Aufenthaltes gab es ein traditionelles chinesisches Essen bei einer Englischlehrerin von uns:

 

Eines Wochenendes verschlug es mich 4 Stunden weiter in den Norden, nach Fugong, einer schon ziemlich hoch gelegenen Stadt, in der auch vier Freiwillige stationiert sind.

Mit dem Ziel mal wieder den Harzer in mir zu finden, begab ich mich mit Jannis und Marvin auf zwei ziemlich schöne, erlebnisreiche Wanderungen, bei der wir einmal fast von einem Riesensteinbrocken erschlagen wurden und in einem eiskalten Fluss gebadet haben und beim zweiten Mal in ein kleines Paradis aus Bananenstauden, Wasserfällen und Vogelgezwitscher geraten sind, ganz wie im Urwald.

Fugong

Ansonsten leben wir unseren Alltag mit all seinen interessanten, schönen Seiten, unterrichten 7 Stunden pro Woche und haben 2 mal English Corner. Wir gehen öfters mal den Berg hinab in die Stadt, genießen das Flair in unserer Lieblingsbar oder laufen die Flusspromenade entlang.

Flusspromenade

Weg zur Stadt

Entspannen in der Bar

Das Leben in Nujiang hält jeden Tag etwas Besonderes für uns bereit.


8.5.10 07:48


Die letzte Zeit in Bildern

schönes Himmelsschauspiel

 

Frisbee spielen auf dem Schulhof

 

Grundschulkinder zu Besuch während unserer Mittagspause:-)

 

Regenzeit

 

Eier auspusten - Ostern im Englischunterricht

 

zu Besuch bei einer Schülerin in den Bergen - ihre Familie

 

das Dorf

 

schöne Landschaft, im Hintergrund das Dorf der Schülerin

 

 

21.4.10 07:36


März

Hier im Nujiang- Tal hängen dicke, schneeweiße und schwere Wolken tief in den Bergen, der gesamte Himmel gleicht einer Mischpalette aus Grautönen und vom Himmel fallen- endlich- dicke Regentropfen.

Die gesamte Landbevölkerung kann aufatmen, die diesjährige Ernte wird also doch nicht so schlecht ausfallen, wie befürchtet.

Seit Jahren gab es nicht mehr solch einen trockenen Winter, wie uns eine Englischlehrerin an unserer Schule erklärt. Nur dieses Jahr fehlte im gesamten Südwesten Chinas das Himmelswasser, viele Bauern füchteten um ihre Existent, die Stadtbevölkerung um ihre Versorgung.

Nach den langen Frühlingsfestferien sind die Schüler jetzt zur letzten und anstrengensten Phase angetreten, denn am Ende des Schuljahrs finden die großen Examen statt, die zumindest bei den Neuntklässlern darüber entscheiden, ob sie den Sprung auf die weiterführende Schule schaffen.

Daher wurde uns auch gesagt, dass wir die Neuntklässler nun nicht mehr unterrichten würden, weil die Lehrer diese Stunden unbedingt benötigten, um das Vokabelpensum zu schaffen.

unsere Schüler beim Morgenapell

Daher haben wir jetzt nur noch 7 h pro Woche. Eine Klasse unterrichten wir zusammen, da diese eine echt anspruchsvolle Räuber- und Banditenbande zu sein scheint...:-).

Dann waren wir in Dali, einer relativ großen Stadt, fünf Stunden von Liuku entfernt, um eine Schule anderer Freiwilliger zu besuchen. In Dali leben viele Bai, eine der Minderheiten, und das sieht man auch am Bau- und Kleidungsstil.


Das Klima dort ist allerdings anders, als bei Johanna und mir an der Schule: Alle sind sehr sehr diszipliniert, darauf bedacht, nicht aufzufallen, tragen alle ihre noblen Schuluniformen und benehmen sich im Unterricht der „waiguoren-laushi“ (ausländischen Lehrer) vorbildlich und interessiert.

Morgensport 

Bei uns herrscht ein etwas lockereres Klima, die Schüler sind nicht verklemmt oder schüchtern und machen viel mit uns zusammen (Tischtennis spielen, Singen, Basketball spielen, Chinesisch lernen, …. Was manchmal eben zur Folge hat, dass der Freundinnenfaktor im Unterricht überwiegt und das Unterrichtsgeschehen eher einem kleinen Jahrmarkt gleicht...

Am Wochende wurden hier wieder Tests geschrieben, mal sehen, wie es gelaufen ist.

Zur Zeit sind Johannas Vater und Bruder zu Besuch und bekommen somit einen guten Einblick in das Liukuer Leben samt kulinarischer Köstlichkeiten, den coolen Motos, dem Unterricht, der Landschaft usw.

 


6.4.10 09:32


Neue Baumhaus-Homepage

Es ist soweit- nun gibt es eine Homepage unseres Projektes, erstellt in freudiger Zusammenarbeit aller derzeitigen Baumhaus-Freiwilligen.

Dort gibt es Informationen über das Projekt, die einzelnen Schulen, geographische Infos uvm.

Schaut vorbei unter:

http://baumhaus-projekt.de/

 

5.4.10 09:41


Und uns wurde ganz heiß und kalt...

Kalt war zunächst einmal ein viel zu schwacher Name für die Temperaturen, die in Ende Januar in Peking herrschten. Wir haben nie ein Thermometer zu Gesicht bekommen, doch als sonnenverwöhnte Menschen aus Yunnan können wir bestätigen: Es war kalt.

Trotzdessen haben wir Peking eine Woche lang mit all seinen Sehenswürdigkeiten, kulinarischen Highlights und Menschen kennengelernt. Die chinesische Mauer war beeindruckend, was wahrscheinlich auch daran lag, dass wir die von unserem Hostel angebotene "secret wall"-Tour gebucht hatten und somit auf dem nicht-restaurierten Teil der Mauer entlanglaufen und hinaufklettern konnten. Mit dem peitschenden, eiskalten Wind als ständigen Begleiter.

 

Aufstieg zur Mauer

Die verbotene Stadt, der Sommerpalast, der Platz des himmlischen Friedens, ein Technikmuseum uvm. bereicherten zudem unseren Aufenthalt.

unsere Gruppe vor dem Vogelnest

 

Peking hatte ziemlich wenig mit dem zu tun, was wir die Monate zuvor in Yunnan kennengelernt hatten. Die Menschen sahen anders aus, denn in Peking trifft man meistens auf Han-Chinesen, die gut 90 % der Bevölkerung ausmachen.

Minderheiten-Tanz

Bei uns in Yunnan, v.a. in der Präfektur Nujiang sieht man viel Lisu und ihre Geischter haben wir mittlerweile gut von denen der Han-Chinesen zu unterscheiden gelernt.

Damit uns aufgrund der Kälte keine bleibenden Schäden zurückblieben, flogen wir einige Kilometer gen Süden auf die Insel Hainan. Dort herrschte ein komplett anderes Klima, wir wurden am Flughafen regelrecht erschlagen von der warmen und feuchten Luftmasse.

Nach einer abenteuerlichen und unterhaltsamen Strandübernachtung, welche wir nicht ganz freiwillig wählten, sondern eher wegens des Umstandes, dass wir unser Hostel nicht fanden, genossen wir 10 entspannende Tage in Sanya, einer großen, touristisch geprägten Stadt im Süden der Insel.

Sonnenaufgang nach der Strandübernachtung

Hohe Wellen, leere Strände, Hängematten, nette Menschen und viel Sonnenschein trugen dazu bei, dass diese Zeit ein unvergesslicher Urlaub wurde.


Zurück in Liuku hat nun vor einigen Tagen auch die Schule wieder begonnen und wir freuen uns, unsere Schüler widerzusehen. Am Himmel lassen sich unerhörterweise des Öfteren dunkle Regenwolken blicken. Doch da stehen wir drüber!

4.3.10 08:15


 [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung